Miteinander – Füreinander
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07.10.2026
Im Programm Peers at work finden Mitarbeitende der Deutschen Bahn vertrauliche Beratung bei Kolleginnen und Kollegen, wenn sie Symptome einer Depression bei sich oder in ihrem Umfeld feststellen oder vermuten. Die kollegialen Beraterinnen und Berater waren vormals selbst von der Krankheit betroffen und kennen die Situation. Neben den sogenannten Peers sind Führungskräfte wichtig, um im Betrieb über das Programm zu informieren. Holger Koriath, Leiter Anlagen- und Life Cycle Management bei der DB InfraGO AG in München, weiß, wie tückisch das Krankheitsbild Depression ist. Im Gespräch hat der vierfache Familienvater seine Erfahrungen mit uns geteilt.
Im Arbeitsalltag entwickeln Holger Koriath und sein Team Maßnahmen, um Stellwerke, Bahnübergänge, Gleise und andere Anlagen instandzuhalten. Ziel ist es, Defekte zu verhindern, bevor sie den Betriebsablauf beeinträchtigen. Noch komplexer als im System Bahn, in dem viele Räder ineinandergreifen, ist es, wenn Menschen psychisch erkranken: „Ich habe im privaten Umfeld erlebt, wie sich eine Depression auswirkt. Die Menschen leiden, es fehlt die Kraft für alles. Im Prinzip bricht der Alltag vollkommen zusammen. Das ist nicht nur für die betroffene Person selbst, sondern auch für Nahestehende schmerzhaft und oft überfordernd.“
— Alle Infos zum Programm Peers at work und Kontakte zu den Peers finden Sie auf hier.
Den Anstoß dafür, Peers at work bei DB InfraGO in München zu implementieren, hat die Langzeiterkrankung eines Mitarbeitenden gegeben: „Der Wunsch kam damals von dem Mitarbeitenden bei seiner Rückkehr. Er wollte Erfahrungen teilen, damit Kolleginnen und Kollegen früh Unterstützung erhalten, wenn es ihnen nicht gut geht“, erzählt der studierte Bauingenieur. In den Gesprächen mit den Peers erfahren Betroffene unter anderem, wie sich die Krankheit äußert, wie sie verläuft und wo es professionelle Unterstützung gibt. Für ihre Tätigkeit werden sie durch die Stiftungsfamilie geschult und fachlich unterstützt.
Den Ansatz findet Holger Koriath sinnvoll: „Wer sich als Peer engagiert, macht das nicht, um es im Lebenslauf stehen zu haben, sondern um Leid zu verhindern.“ Von den Ratsuchenden und den Inhalten der Gespräche erfährt der 55-Jährige nichts, da diese vertraulich stattfinden. Als Führungskraft geht es ihm darum, Bedingungen sicherzustellen: „Mir ist wichtig, dass die Mitarbeitenden, die sich als Peer engagieren, genügend Zeit dafür haben. Was eine Depression ist und dass sie alle treffen kann, wissen nach meiner Wahrnehmung immer mehr Menschen. Das liegt auch an Programmen wie Peers at work.“
Peers informieren über Therapien und Anlaufstellen und begleiten, falls nötig, in die professionelle Behandlung. Als kollegiale Beraterinnen und Berater sind sie unabhängig von Geschäftsfeld und Standort für alle Mitarbeitenden der Deutschen Bahn ansprechbar. Peers at work ist ein Programm der Stiftungsfamilie im Auftrag der Deutschen Bahn. Die Beratung ist streng vertraulich. Kooperationspartner ist die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.